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Im 19. Jahrhundert sah ein viel kleineres Helsinki noch ganz anders aus als heute, mit vielen der niedlichen Holzhäuser, die wir mit den nordischen Ländern verbinden. Heute besteht Helsinki hauptsächlich aus modernen Wohnblöcken, aber hier und da kann man noch Spuren des alten Helsinki finden. Das zentralste dieser Viertel mit hübschen Holzhäusern ist Holz-Vallila (puu-Vallila), nördlich vom Stadtzentrum und gleich östlich an Pasila angrenzend. Es ist leicht mit Straßenbahn und Bus zu erreichen und definitiv einen Besuch wert. Als wir uns dem Viertel näherten bemerkte ich, dass die Straßen rundherum besonders modern und stark befahren waren. Nach Holz-Vallila abbiegen war dann wie ein Abtauchen in eine winzige andere Welt.

Die Holzhäuser stammen von ca. 1910 und wurden ursprünglich gebaut um Arbeiterfamilien in “gesunder Umwelt” unterzubringen. Schon in den 1940ern jedoch war der Baustil aus der Mode gekommen und das Viertel war in Gefahr abgerissen zu werden. Da zu dem Zeitpunkt jedoch große Wohnungsnot herrschte, wurden die Häuser zunächst verschont. In den 1970ern war dann wieder in Planung das Viertel abzureißen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Häuser stark renovierungsbedürftig und mit ihren Plumpsklos in den Innenhöfen nicht mehr zeitgemäß, und so sollten sie mit günstiger zu unterhaltenden Wohngebäuden ersetzt werden. Unter Druck der Öffentlichkeit wurden die Pläne jedoch geändert und das Viertel wurde statt dessen renoviert.

Die Gegend war früher ein Viertel der Arbeiterklasse, durchlief aber in den letzten Jahrzehnten eine Gentrifizierung und wurde als modisches und schickes Wohnviertel entdeckt. Viele der Gebäude wurden erst kürzlich oder werden momentan renoviert. Was mir besonders auffiel waren die blanken, silbrigen Metalldächer, die die Sonne reflektierten und etwas fehl am Platz schienen. (EDIT: Ich wurde mittlerweile darauf hingewiesen, dass die Dächer nur den ersten Winter so blank daliegen, bevor sie mit einer “Pech”farbe angemalt werden. So hat das Metall Zeit zu oxidieren, damit die Farbe auch gut darauf hält. Diese Technik wird hauptsächlich in denkmalgeschützten Gebieten verwendet, da hier keine moderneren Baumaterialien verwendet werden dürfen.) Der Baustil ist schlicht, es gibt kaum Verzierungen an den Holzhäusern, aber sie sind in bunt leuchtenden Farben bemalt, welche die Gegend so viel gemütlicher machen als die umgebenden modernen Viertel. Es gibt auch viel Grün hier, was noch mehr den Eindruck vermittelt der Stadt entkommen zu sein: Die Häuser haben grüne Innenhöfe und mitten im Viertel erhebt sich ein Felsenpark mit schönen Ausblicken über das Viertel. Da wir an einem sonnigen Feiertag unterwegs waren, war der Fels voll mit Menschen die die Sonne genossen und grillten (dies ist auf meinen Bildern nicht zu erkennen, da ich nicht so offensichtlich in die Menge fotografieren wollte).

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One thought on “Spaziergang durch Holz-Vallila

  1. Aah, these pictures made me think of Hanko (which is my favorite city) Nice little post with pretty pictures! (I was surprised by how many wind’s nest that one tree had, usually you see only one or two in a tree)

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