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Als unser Umzug von Großbritannien nach Finnland anstand, hatte ich keine Ahnung wie man so etwas organisieren soll. Wir hatten keine Möbel, brauchten also keinen vollen Umzugsdienst, aber nach 6 bzw 3 Jahren im Ausland hatte sich doch so einiges angesammelt, das wir umziehen mussten – viel zu viel um das meiste im Flugzeug mitzunehmen und noch ein kleines Päckchen hinterherzuschicken. Da ich weiß, dass es da draußen viele Studenten und auch andere Leute in der gleichen Situation gibt, möchte ich meine Erfahrungen teilen, in der Hoffnung, dass es mal irgendwem weiterhilft. Hier kommt also meine kleine Anleitung zum Auswandern ohne Möbel. Mein erster Rat wäre: Fangt so früh wie möglich mit der Planung an. Ihr werdet Gewicht und Volumen von euren Gütern wissen müssen, Umzugskartons besorgen, alles sorgfältig verpacken und vom Kurierdienst abholen lassen.

Wieviele Kartons brauche ich? – Das war für mich die schwierigste Frage. Es war mir geradezu unmöglich unser Hab und Gut in irgendeine Größen- und Gewichtsordnung einzuordnen. Irgendwann habe ich angefangen den Inhalt von Schubladen und Regalen einzeln zu wiegen und alles aufzuaddieren. Wie sinnvoll diese Übung war weiß ich nicht, aber danach war ich wenigstens beruhigt, dass ich das Gewicht nicht komplett unterschätzt hatte (den Versand hatten wir da schon gebucht). Ihr werdet einfach irgendwann etwas entscheiden müssen, da man erst mit Zahlen im Kopf den Versand buchen kann. Wir schickten146kg plus Giovanni, meine treue Eismaschine, zusätzlich zu dem was wir ins Flugzeug mitnahmen: Jeder zwei 20kg Koffer und 10kg Handgepäck. Das hat dann auch ungefähr hingehauen. Ein paar Dinge mussten wir zurücklassen um sie später noch nachgeschickt zu bekommen. Man kann ja auch immer noch zusätzliche Pakete buchen, wenn man feststellt, dass nicht alles reinpasst, es ist erstmal nur wichtig mit überhaupt etwas anzufangen.

Welcher Paketdienst ist am Besten? – Ich habe eine ganze Weile die Weiten des Internets durchstöbert um das Beste Angebot für uns zu finden: einmal um Pakete von UK nach Finnland zu schicken, und später nochmal welche von Deutschland nach Finnland. Die Seite, die ich dabei am nützlichsten fand war Trustpilot. Zuvor hatte ich auch schon mehrere Angebote auf My Parcel Delivery angeschaut, aber dort schien es nur Raten der größeren Anbieter zu geben – welche entweder teuer oder allem Anschein nach nicht sehr zuverlässig waren. Wir entschieden uns am Ende für Courierpoint.com  für den Versand von Großbritannien nach Finnland, da sie preislich am zweitgünstigsten waren (nach dem Anbieter mit dem schlechtesten Ruf) und sehr gute Rezensionen hatten. Der Träger für den Kurier war in beiden Ländern TNT. Unsere Pakete wurden pünktlich und problemlos abgeholt und kamen innerhalb weniger Tage in Finnland an – viel schneller als wir erwartet hatten. Obwohl die Kisten so groß und nicht gut von mir gepackt waren kam alles in gutem Zustand an. Ein paar der Kisten waren an den Rändern eingedrückt, aber nichts war zerbrochen. Für die Kisten, die von Deutschland nach Finnland geschickt wurden benutzten wir Cargo International. Diese Lieferung brauchte etwas länger und leider waren auch einige Dinge auf dem Transportweg zerbrochen, obwohl das Paket heil geblieben war – anscheinend hatte ich auch hier nicht sorgfältig genug gepackt. Ansonsten waren Preis und Leistung auch hier ok. Ich würde beide Kurierdienste empfehlen, und sie verschicken auch in eine ganze Reihe anderer Länder  – aber soweit ich weiß nur von ihrem jeweiligen Heimatland aus.

Wie muss ich packen? – Wenn ihr den Preis niedrig halten wollt müsst ihr die Pakete durch einen Paketservice statt einen Umzugsdienst schicken lassen. Diese nehmen im Normalfall keine Sendungen, die nicht genau quaderförmig sind, an, ihr werdet also vermutlich keine Koffer oder ähnliches schicken können. Alles muss in rechteckigen Kisten verpackt sein, und so gut gepackt sein, dass es Fallhöhen von ca. 1 Meter übersteht und auf allen Seiten stehen kann. Verwendet also keine zu großen Kisten: Ich hatte Kartons von 76cm x 51cm x 51cm bestellt, und die waren einfach VIEL zu groß. Der Karton war nincht dick genug um sie richtig voll zu packen, deshalb mussten wir viel leichtes Polstermaterial finden und konnten nur hoffen, dass unsere Habseligkeiten nicht zu arg in der Schachtel hin und hergeworfen wurden. Ich würde sagen, dass halb so große Schachteln vermutlich eine gute Größe wären. Die meisten Paketdienste versichern Güter wie Keramik oder Elektrogeräte nicht – also so ziemlich alles, was auf der Reise kaputtgehen könnte. Man kann diese Sachen trotzdem schicken, aber muss sie extra sorgfältig einpacken, da es keine Kompensation für eventuelle Schäden gibt. Um Polstermaterial und Platz zu sparen kann man Zerbrechliches auch in Kleidung einwickeln: Ein paar Socken in jede Tasse und ein T-Shirt drumherumgewickelt sollte diese zum Beispiel genug schützen.

 

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One thought on “Umziehen ins Ausland

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