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Gestern schien die Sonne vom strahlend blauen Himmel, und wir beschlossen einen Spaziergang am Meer entlang zu machen. In Helsinki gibt es viel Meer, und man kann über weite Strecken daran entlanglaufen, eine Entschädigung für das architektonisch weitgehend wenig fotogene Stadtbild. Wir gingen zum Meripuisto im Stadtteil Eira (übrigens einer der schönsten von Helsinki), in Laufweite südlich des Zentrums und liefen von dort bis zum Marktplatz. Wir kamen an einem Bootshafen vorbei, der jetzt im Winter leer lag, aber im Sommer mit Sicherheit mit hübschen Booten gefüllt ein toller Anblick ist. Vor dem Hafen liegt die kleine Insel Uunisaari (Ofeninsel). Im Winter kann man über eine Holzbrücke zu Fuß dorthin gelangen, im Sommer wird diese geöffnet um den Bootsverkehr durchzulassen. Auf der Insel befindet sich ein Restaurant, eine Sauna (natürlich), ein hübscher Badestrand und eine Reihe von Umkleidekabinen, die ursprünglich für die Olympischen Spiele 1940 gebaut worden waren, welche wegen des Krieges ausfielen.

Ich finde es wahnsinnig interessant das Meer jetzt im Winter zu beobachten, da ich noch nie irgendwo gewohnt habe wo das Meer zufriert. Der Rest dieses Artikels besteht hauptsächlich aus Geschwafel über Eis auf dem Meer, was für diejenigen unter euch, die so etwas schon öfter gesehen haben, eher unspektakulär sein dürfte. In dem Fall bitte den Text einfach überspringen, unten warten noch ein paar hübsche Bilder =).

Als es zum ersten Mal richtig kalt wurde dieses Jahr, dampfte das Meer und dicke Nebelschwaden waberten über dem Wasser. Dann fror es zu und lag dick verschneit, hier und da konnte man Fußspuren von Spaziergängern sehen, so dass man fast meinen konnte man schaue über eine weite, zugeschneite Wiese anstatt über Wasser.

Jetzt herrscht schon seit Wochen Tauwetter und auf dem Meer treiben Eisschollen. An manchen Stellen noch groß, hier liegt ein ständiges Knistern – ähnlich dem Geräusch von Wind in Blättern – in der Luft von den aneinanderreibenden Schollen. Durch die Reibung stehen an den Rändern der Schollen Eisplättchen hoch wie kleine Zäune. Wenn man einige davon aufhebt sieht man, dass es tausende von dünnen Plättchen, eng aneinandergedrückt sind. Leichter Wellengang hebt und senkt die Schollen, die ansonsten fast wie fester Boden aussehen. Beim Zusehen wurde mir richtig schwindlig, da mein Gehirn diese widersprüchlichen Informationen nicht verarbeiten konnte. Nahe am Ufer konnte man auf den gestrandeten Schollen auch entlangspazieren.

Auf Uunisaari hatte der Wind über die Wochen immer wieder Eis in Richtung Ufer gedrückt, wo es in wellenartigen Skulpturen festfror. Man konnte auch mehr oder weniger darauf entlanglaufen, nur sehr glatt war es natürlich. Dahinter trieben viel kleinere Schollen, eher Klumpen als Platten, dicht an dicht auf dem Wasser. Wo es keine Bewegung im Wasser gab lag noch eine intakte aber dünne Schicht Eis.

Schließlich verließen wir den Küstenstreifen und spazierten durch Kaivopuisto, einem Park in der Nähe. Obwohl inzwischen kaum noch Schnee liegt in Helsinki sahen wir einen Pferdeschlitten, komplett mit klingelnden Glöckchen, der mit einem älteren Paar als Passagiere mehrere Runden im Park drehte, bevor er die Straße entlang entschwand.

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11 thoughts on “Beobachtungen am Meer

  1. Very nice little article and pretty pictures! And even though that ice looked thick (and was thick enough to support you) it is always good to be cautious when walking on it. People fall down into the icy water all the time because they aren’t careful enough

    1. Thank you =) Yes, I was quite scared to go onto the ice first – usually I only go if I can see someone else walked there recently. In this case, we just held on to each other when something looked like it might not support and one of us tested it, although there wasn’t much water underneath it anyway. Better safe than sorry!

  2. I love Finland in general and have spent holidays in Kesamokis in Karelia and the Savonlinna regions. We lived for many years in northern Sweden – in a small skogsbyn (forest village). I remember being initially amazed at the frozen sea near Ornkjoldsvik and walking, gingerly, onto iced-lakes. Also snoskootering on very deep lakes near Norway border, where we could pick up Radio Scotland at times! Great blog. Will try to keep following now I’ve found you.

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